Die Vorgeschichte der Spedition Wackler beginnt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Christian Victor Lutz, Sohn eines Göppinger Metzgermeisters. Statt das Handwerk des Vaters fortzuführen, gründet er einen regelmäßigen Personentransport per Pferdeomnibus zwischen Göppingen und Stuttgart, den „Stuttgarter Boten“. 1842 wird sein Gewerbe offiziell registriert.
Mit dem Bau der Filstalbahn und dem Eintreffen des ersten Zuges 1847 in Göppingen zeichnet sich jedoch das Ende der Personenbeförderung ab. Lutz reagiert frühzeitig und baut sein Geschäft ab 1846 zur Güterbeförderung um. 1848 wirbt er selbstbewusst mit günstigerem Pakettransport als die Bahn.
1867 heiratet seine Tochter Friederike Ludwig Wackler. Dieser übernimmt 1870 die Leitung, nachdem Lutz sich zurückzieht. Das Unternehmen firmiert nun als „Ludwig Wackler, Güterbeförderung“. In einer Zeit wirtschaftlichen Wandels und zunehmender Industrialisierung profitiert der Betrieb vom Wachstum Göppingens und der engen Zusammenarbeit mit der Eisenbahn.
Wackler sichert sich die lokale Güterzustellung der Staatsbahn, investiert in neue Gebäude nahe dem Bahnhof und erweitert 1885 das Angebot um Möbeltransporte. Er wird größter Gewerbesteuerzahler der Stadt. Nach seinem frühen Tod 1891 führt Friederike Wackler den Betrieb erfolgreich weiter und lässt ihn 1893 als „L. Wackler Witwe“ eintragen.
1898 tritt der junge Kaufmann Carl Friedrich Jäger ein. Aufgrund seiner Fähigkeiten wird er 1909 Geschäftsführer. 1911 übernimmt er gemeinsam mit den Brüdern Schwarz die Firma. 1912 sichern sich die neuen Inhaber erneut die bahnamtliche Güterbeförderung – Grundlage für weiteres Wachstum.
Die Gründung des Familienunternehmens Schwarz
Am 9. Februar 1912 erwerben die Brüder Johannes Schwarz und Georg Schwarz zusammen mit Carl Friedrich Jäger den in der Davidstraße in Göppingen zum Verkauf stehenden Fuhrbetrieb „L. Wackler Witwe“ mit 31 Zugpferden und Wagenpark. 1912 wird die Firma mit der amtlichen Güterbeförderung der Königlich Württembergischen Staatseisenbahn am Bahnhof Göppingen beauftragt.
Wegmarken der Unternehmensentwicklung
1921 baut L. Wackler Wwe. ein eigenes Lagerhaus mit Zollabfertigung auf dem Bahngelände. Die ersten Automobile werden angeschafft und die erste Tankstelle für Dieselkraftstoff in Göppingen eingerichtet.
1938 verstirbt Johannes Schwarz und Georg Schwarz zieht sich in den Ruhestand zurück. Josef Grohs, Schwiegersohn von Johannes Schwarz, und Georg Schwarz jun. erwerben die Firmenanteile. Die zweite Generation tritt in die Unternehmensführung ein.
1939 Der zweite Weltkrieg beginnt und viele Fahrzeuge, Anhänger und Gespanne werden beschlagnahmt.
Wirtschaftswunder und Weichenstellungen
1947 wird allmählich der Betrieb, mit 9 Pferdegespannen, 10 gebrauchten und instand gesetzten Lastkraftwagen und 3 Möbelfahrzeugen aus der Vorkriegszeit, wieder aufgenommen.
1950 Georg Schwarz junior führt in zweiter Generation als alleiniger Geschäftsführer den Betrieb.
1957 und 1960 treten seine Söhne Günter und Hans-Jörg Schwarz in dritter Generation in die Firma ein.
1964 wird Günter Schwarz Geschäftsführer und Nachfolger des verstorbenen Vaters Georg Schwarz jun. 1965 wird Hans-Jörg Schwarz in die Geschäftsleitung berufen.
Neues Geschäftsfeld und Betriebsverlagerung nach Holzheim
1968 gründen 22 Möbelspediteure die Deutsche Möbelspedition GmbH und Hans-Jörg Schwarz wird in den Gesellschafterbeirat berufen.
1969 bewirbt sich Wackler erfolgreich um die Müllentsorgung der Stadt Göppingen und erschließt damit ein neues Geschäftsfeld, das 1983 in ein eigenständiges Unternehmen, die ETG, Entsorgung + Transport GmbH, ausgegliedert wird.
Die Gesellschafter erwerben vier Hektar des ehemaligen Fabrikareals der Furnier- und Sperrholzwerke in Göppingen Holzheim. Das Areal wird umgestaltet und ausgebaut, der Betrieb zwischen 1972 und 1975 verlagert.
Die Ausweitung der Logistikleistungen
1984 wird das Transportunternehmen Fritz Hänsel & Sohn mit Sitz in Berlin erworben.
1990, nach über 140 Jahren, wird am 30. Juni die bahnamtliche Rollfuhr eingestellt.
1992 beteiligt sich die ETG Entsorgung + Transport GmbH an der Fetzer-Rohstoffe + Recycling GmbH, spezialisiert auf das Geschäftsfeld Altpapier.
1993 gründen Wackler und sechs weitere Speditionen die CargoLine Gesellschaft für Systemverkehre, die sich zu einer führenden Kooperation für flächendeckenden Stückgutverkehr entwickelt.
Die vierte Generation
1994 wird in Holzheim, angrenzend an das Wackler-Gelände, ein moderner umweltgerecht ausgelegter Betriebshof der ETG eingeweiht.
1995 treten Gabriele und Beate Schwarz, die Töchter von Günter Schwarz, in den Familienbetrieb ein. Die vierte Generation beginnt die Nachfolge in der Mitarbeit und Führung der Schwarz-Gruppe.
Im selben Jahr gründet Wackler gemeinsam mit der Firma Würfel, Bremerhaven, die Garant Spedition und Logistik GmbH.
1996 ist Wackler 150 Jahre alt und feiert das Jubiläum mit Politik, Kunden und Mitarbeitenden.
Wackler baut Kapazitäten im regionalen Raum aus
1996 bezieht Wackler das Logistikzentrum in Uhingen.
1997 tritt Oliver Schwarz, ältester Sohn von Hans-Jörg Schwarz, bei Wackler ein.
1999 wird in Holzheim nach nur 15 Monaten Bauzeit ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. Wackler verfügt damit im regionalen Raum über mehr als 40.000 qm Umschlag- und Lagerfläche.
Mehr Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit
2002 gründet die ETG den Tochterbetrieb MRG Metall-Recycling Göppingen, 2008 die PET Recycling GmbH und 2010 das R+S Vertriebskontor für Mineral- und Wertstoffhandel.
2004 beendet Günter Schwarz zum Jahresende seine operative Tätigkeit als Geschäftsführer und übergibt die Geschäftsführung an die vierte Generation.
2008 Wackler erwirbt in Wilsdruff in Nähe der Autobahn ein größeres Grundstück und errichtet 2008 ein Umschlagsterminal modernster Auslegung, das 2012 nochmals erweitert wird.
100 Jahre Familienunternehmen Schwarz
2012 besteht das Familienunternehmen 100 Jahre. Die Firmenchronik „schwarz auf weiß“ erscheint.
2014 wird im April das Friederike-Wackler-Museum in der Davidstrasse in Göppingen eröffnet. Die Dauerausstellung dokumentiert die Entstehung und Entwicklung des Familienunternehmens.
2016 wird die Schwarz-Akademie ins Leben gerufen. Sie bietet u.a. Kurse und Weiterbildung für Berufskraftfahrende an.
Die fünfte Generation
2020 steigt Maximilian Schwarz, Sohn von Oliver Schwarz, als fünfte Generation ins Familienunternehmen ein.
2020 wird die Logistik in Wilsdruff um ein Gefahrgutlager mit 17.000m² erweitert.
2021 feiert Wackler das 175-jähriges Firmenjubiläum. Das Extrablatt, die Firmenchronik der etwas anderen Art, gibt einen Überblick über die Geschichte und Einblicke in die Inhaberfamilie und ihre Mitarbeitende.
2023 kauft das Unternehmen ein Grundstück in Jebenhausen und sichert damit die Ausweitung der Logistikaktivitäten.
2024 kommt der erste Langsattel bei Wackler zum Einsatz. Die ETG startet ein Projekt zur Herstellung von Wasserstoff.
2026 180 Jahre Wackler in Göppingen. Seit 1846 ist Wackler mehr als nur ein Logistikunternehmen – es ist eine Geschichte von Menschen, von Mut und von unermüdlichem Einsatz. Generation für Generation wurde hier nicht nur transportiert, sondern aufgebaut, weitergedacht und verbunden.
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